Kreisimkerverein Unna/Hamm zu Besuch auf dem Hof Lippholtshausen in Lünen

„Mit Blühflächen Natur gestalten“ ist das Ziel von Dieter Kuhne aus Lünen, wie er am 3. Juli 2021 vor einer Gruppe von über 30 Imker:innen des Kreisimkervereins Unna/Hamm im Rahmen einer Begehung resümierte. Für die Gestaltung der Flächen sei Vielfalt dabei das Zauberwort. Kuhne, auf dessen Gehöft „Hof Lippholtshausen“ am Kanal in Zusammenarbeit mit Neuimkerin Tanja Lenz auch eine kleine Imkerei im Aufbau ist, reichen Blühstreifen nicht. Er schafft durch ein privates, freifinanziertes Sponsoring  mit derzeit insgesamt 15 ha Blühflächen. Nicht nur den Honigbienen, sondern einer Vielzahl von Arten sollen die angelegten Blühflächen möglichst optimalen Lebensraum bieten. Nur so könne man dem Artensterben entgegenwirken. Insekten seien die wichtigste Grundlage für alle Tierarten in der Nahrungskette. Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche seien dabei wichtige Indikatoren für einen intakten Lebensraum.

In jedem Jahr werden die Blühflächen aufs Neue begutachtet, ob der Bestand in ein weiteres Jahr geht. Im Bild Dieter Kuhne mit interessierten Imkern aus dem Kreisgebiet.  Foto: Nies

Einjährige oder mehrjährige Ansaaten?

Bei der Anlage von Blühflächen spielen die Witterungseinflüsse des jeweiligen Jahres eine wesentliche Rolle. Das verlange etwas Fingerspitzengefühl - letztlich benötige man aber auch ein Quäntchen  Glück für den richtigen Saatzeitpunkt. So waren diesem Jahr die Bedingungen weit günstiger als im letzten Jahr, als nach der Saat eine ausgeprägte Trockenphase mit entsprechenden Verlusten folgte. Das Verhältnis von einjährigen zu mehrjährigen Ansaaten beträgt derzeit etwa 50:50. Zwischen den Blühflächen gibt es auch schmale Getreide- oder Schwarzbrachestreifen. Auch eine Beetle (Käfer)-Wall wurde angelegt. Die Flächen sollen möglichst vielfältig sein, nicht monoton. Denn selbst bei Naturschutzflächen können sich Großflächen nachteilig auswirken. Auch die Ausbreitung von unerwünschten Wildpflanzen wie z.B. das Jakobskreuzkraut kann auf mehrjährigen Großflächen zum Problem werden.

 

Finanzierung mit Pilot-Charakter für andere Landwirte?

Das Modell der Sponsoring-Finanzierung der Blühflächen ist nach Ansicht von Dieter Kuhne durchaus nachahmenswert für andere Landwirte. Potentielle Sponsoren spricht Kuhne in der Regel persönlich an. Die Sponsoren zahlen 16,5 Ct. je Quadratmeter. Pro Hektar entspricht das etwa der Marktleistung von Getreide. Insofern könne man das Motto auch „Mit Blühflächen ertragreich Natur gestalten“ benennen. Wichtig sei es jedoch bei der Höhe der Sponsoring-Beträge den Bogen nicht zu überspannen. So könne die Bereitschaft zum Mitmachen sinken, wenn die Marktleistung landwirtschaftlicher Kulturen z.B. bei einer Blühpatenschaft mit 1.-€ je Quadratmeter um ein Vielfaches übertroffen werde.  

Jörg Nies

 

 

 

 

 

 

Für die Rasse Carnica gelten als Zuchtziele:

Honigleistung: hoch und ausgeglichen; Sanftmut: sehr sanft bis sanft, Wabensitz: fest bis ruhig, Winterfestigkeit gut bis mittel,       Frühjahresentwicklung sehr schnell bis schnell, Volksstärke sehr stark bis stark, Schwarmtrieb fehlt bis leicht erkennbar, hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Parasiten

 

DIB zu Bienenimporten: „Hinsichtlich der Einschleppungsgefahr von Krankheiten und Parasiten ist es äußerst fahrlässig, verantwortungslos und nicht zielführend, Bienen aus anderen Ländern nach Deutschland einzuführen. Bienenimporte besitzen außerdem immer das Risiko, den hiesigen klimatischen Bedingungen nicht angepasst zu sein und nicht die Ansprüche in Bezug auf Friedfertigkeit oder Sanftmut zu erfüllen. Grundsätzlich ist die Einfuhr von Bienen mit den entsprechenden Bescheinigungen zwar erlaubt, fachlich aber nicht zu befürworten.“

 

Bienen vom Züchter aus unserer Region

Wer nicht selbst eine Auslese am eigenen Stand durchführen möchte, hat die Möglichkeit Bienenmaden oder Königinnen von anerkannten Züchtern aus unserer Region zu beziehen.

Unser Zuchtobmann des Kreisimkervereins Unna-Hamm Hüseyin Vuran bietet in dieser Saison wieder die Möglichkeit zum Umlarven an. Auch Königinnen - unbegattet oder standbegattet - können  bis etwa Juli bezogen werden. Die Carnica-Königinnen werden begattet auf den Belegstellen Langeoog und Norderney sowie instrumentell beim Bieneninstitut Münster.  

Kontakt: Tel. 01577/3128041