Am 24.1.2020 diskutierten in Hamm Vertreter aus insgesamt zwölf Vereinen des Kreisimkervereins Unna/Hamm mit dem Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe. Foto: Nies

 

Hans Heinrich Wortmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe und Landwirt aus Kamen-Methler, berichtet im Anschluss an die Versammlung des Kreisimkervereins über die derzeitige Situation der Landwirtschaft insbesondere im Zusammenhang mit den Inhalten des Agrarpaketes. Zu Unrecht sehe sich die Landwirtschaft für einige Probleme allein an den Pranger gestellt. Im Zuge der Umsetzung des Agrarpaketes drohe ein Strukturbruch, der den ohnehin vorhandenen Strukturwandel übertreffen werde. Wichtige Marktanteile würden dann von anderen Akteuren auf dem Weltmarkt bedient und deren Qualität stehe nicht mehr unter unserem Einfluss. Als Vertreter von etwa 1800 Mitgliedern (darunter auch Nebenerwerbslandwirte sowie Verpächter) sucht Wortmann den Informationsaustausch mit den Imkern und geht offen in die Diskussion über Aspekte wie Insektensterben, Fruchtfolge, Acker-Schlaggrößen und eine verstärkte Subventionierung von Umstellungen auf biologische Landwirtschaft.

  

Neben der allgemeinen Diskussion nach konkreten Stellschrauben suchen

Einige Imker apellieren an die Landwirte bei Spritzungen auf den Bienenflug noch sorgfältiger zu achten. Bei der Wahl der Tageszeit und auch durch die Vermeidung von Abdrift in Abhängigkeit von den Windverhältnissen könne noch mehr für die Insekten getan werden. Weitere Stellschrauben gibt es bei der Anlage von Blühstreifen: Im Jahr 2019 wurden im Gebiet des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr- Lippe in der Summe etwa 450 km Blühstreifen angelegt. Im letzten Jahr waren die Mischungen sehr von Phacelia dominiert. Für das Artenspektrum der Saatmischungen, dies betrifft besonders mehrjährige Ansaaten, bittet Wortmann die Imker um konkrete Vorschläge. So könnten unerwünschte Konkurrenzpflanzen, vor allem Gräser wie z.B. Quecke möglicherweise in Schach gehalten werden, was bislang nicht zufriedenstellend der Fall ist. Ob hierfür z.B. auch Stauden in Frage kommen können, soll geklärt werden.

Enge Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Imkerei

Die Anlage von Blühstreifen bedeutet für das Verhältnis von Landwirten und Imkern eine win-win-Situation. Ein weiteres Feld, das die Trachtverhältnisse der Bienen tangiert, ist der Anteil von Raps in der Fruchtfolge. Hier ist aufgrund von Resistenzen des Rapsglanzkäfers gegen bestimmte Insektizide ein kräftiger Rückgang zu verzeichnen. Der Einsatz von Palmöl steht zudem in Konkurrenz zu Rapsöl, was den Preis von Raps drückt. Die Teilnehmer sind sich abschließend weitestgehend darüber einig, dass zwischen Landwirtschaft und Imkerei auch in Gebieten mit geringem Obstanbau enge Zusammenhänge bestehen und dass der gemeinsame Dialog besonders wichtig ist. Jörg Nies

 

 

 

 

Hier stellen wir das Formular zur Verfügung, das bezüglich der Veröffentlichung persönlicher Daten dem Kreisimkerverein vorliegen muss. Bitte auf den folgenden Link klicken:

Einwilligung zur Veröffentlichung  persönlicher Daten

 

Hier stellen wir die Formulare zur Verfügung, die zur Meldung bei der Tierseuchenkasse sowie beim Kreisveterinär benötigt werden. Bitte auf den entsprechenden Link klicken.

PDF Meldung Tierseuchenkasse

PDF Meldung Kreisveterinär